Donnerstag 29. April 2010, 20 Uhr

Nordost
Eintrittspreis(e)
Sabine Loew, Regie.
Mit Angelika Sieburg, Anja Bilabel, Nicole Horny.
Torsten Buchsteiner hat ein Dokumentationsdrama um die Geiselnahme im Moskauer Musicaltheater geschrieben, in dem er drei fiktive Frauenschicksale entwirft: Aus der Perspektive einer tschetschenischen „Schwarzen Witwe“, einer russischen Theaterbesucherin sowie einer lettischen Ärztin wird der Verlauf dieses historischen Ereignisses geschildert. Das Besondere und Einzigartige dieses Dokudramas ist, dass es den plötzlichen Einbruch des Grauens und der Gewalt in unseren Alltag schildert, ohne die verschiedenen Kontexte menschlicher Geschichte(n) zu vernachlässigen. Das Stück wertet nicht, es macht keine erneuten Schuldzuweisungen. Drei Schauspielerinnen versuchen, den fiktiven Figuren eine Stimme zu geben. Sie versuchen dem Wahrheitsgehalt der Texte auf die Spur zu kommen. Sie suchen die Sprache der Geschundenen, sie sprechen ihre Texte nach, die eigene Sprachlosigkeit gegenüber der Gewalt mitdenkend. Beide, das Machtsystem und das aus ihr hervorgegangene Phänomen des Terrorismus, speisen und untermauern ihren symbolischen Gehalt durch mediale Bildsprachen. So ist „Nordost“, obwohl es sich auf einen konkreten Fall bezieht, exemplarisch für viele andere Terrorakte und die scheinbar
so unausweichliche Spirale der Gewalt, die sie nach sich ziehen.
Sprache : DE
29./30. April, um 20 Uhr.

